
Exoplaneten
Die ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems wurden 1992 und 1995 entdeckt. Aktuell sind bereits über 6.000 Exoplaneten bekannt und bei ungefähr 8.000 weiteren muss der Nachweis noch bestätigt werden (Stand: September 2025).
Alle bekannten Exoplaneten befinden sich in der Milchstraße und die meisten wurden von den Weltraumteleskopen Kepler, Hubble, Spitzer und TESS entdeckt bzw. nachgewiesen. Auch die Größe, Dichte und Zusammensetzung vieler extrasolarer Planeten konnte bestimmt werden. Dies ermöglicht eine weitere Klassifizierung der Exoplaneten.
- Zusammen mit dem Abstand zum Stern und der Sternenklasse kann auf die Möglichkeit von Leben geschlossen werden.
- Und bei manchen Exoplaneten ist es sogar möglich, die Zusammensetzung der Atmosphäre zu bestimmen.
- Für Planeten, die viele Lichtjahre entfernt sind, lässt sich so sagen, ob sie für den Menschen bewohnbar sind bzw. ob es dort aktuell Leben geben könnte.
In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Infos zum Thema Exoplaneten zusammen. Dabei gehen wir unter anderem auf diese Punkte und Fragen ein:
- Welche Methoden zur Entdeckung von Exoplaneten gibt es?
- Wie stellt man die Größe und Masse von Exoplaneten fest?
- Wie lassen sich weitere Bedingungen (Temperatur, Atmosphäre) auf diesen Planeten bestimmen?
- Welche Klassen oder Typen von Exoplaneten gibt es?
- Wie kann man feststellen, ob es auf Exoplaneten Wasser gibt?
- Ist auf einigen Exoplaneten Leben möglich?
- Wie viele erdähnliche Exoplaneten wurden bereits entdeckt?
- Könnten manche Exoplaneten von Menschen besiedelt werden?
Die Kapitel im Überblick
Exoplanet Definition
Ein Exoplanet ist ein extrasolarer Planet, also ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems. Dass es auch in anderen Sternensytemen Planeten gibt, haben Astronomen schon viele Jahre angenommen. 1992 gelang der erste wissenschaftliche Nachweis eines Exoplaneten.
Seitdem ist die Anzahl der entdeckten Exoplaneten auf über 6.000 angestiegen. Durch neue Methoden und Instrumente, insbesondere Weltraumteleskope, nimmt die Zahl der bestätigten Exoplaneten immer schneller zu.

Wie kann man Exoplaneten nachweisen?
In Science Fiction Romanen und Filmen sind Planeten in anderen Sternensystemen die Grundlage für den Kontakt mit vielen außerirdischen Zivilisationen. Und auch in der modernen Astronomie wurde die Existenz von extrasolaren Planeten schon lange angenommen.
Doch der tatsächliche Nachweis von Exoplaneten gelang erst 1992. Dies mag zunächst verwundern, doch auch die Entdeckung von Planeten in unserem Sonnensystem war teilweise schwierig.
Im Wesentlichen sind aktuell diese fünf Nachweismethoden von Bedeutung:
- Transitmethode
- Radialgeschwindigkeit
- Direkte Abbildung
- Astrometrie
- Gravitationslinsenwirkung
Wie viele Exoplaneten wurden bisher entdeckt?
Aktuell, das heisst im September 2025, sind mehr als 6.000 Exoplaneten bekannt und über 8.000 weitere müssen noch bestätigt werden.
In der folgenden Tabelle fassen wir den aktuellen Stand zur Anzahl der Exoplaneten zusammen, die bisher mit den verschiedenen Methoden nachgewiesen bzw. entdeckt wurden.
| Anzahl nachgewiesener Exoplaneten | |
|---|---|
| Direkte Abbildung | 87 |
| Radialgeschwindigkeit | 1.140 |
| Astrometrie | 5 |
| Transitmethode | 4.485 |
| Gravitationslinsenwirkung | 253 |
| Gesamt | 6.007 |
Klassifizierung von Exoplaneten
Für viele der nachgewiesenen Exoplaneten ist eine Bestimmung von weiteren Eigenschaften möglich. So kann bei entsprechend guten Bedingungen die Größe (Radius), die Masse (Gewicht) und die Zusammensetzung des Planeten gemessen werden.
Auch die Entfernung zum Stern des jeweiligen Systems kann für viele Exoplaneten gut abgeschätzt werden. Und so kann bei einigen Planeten auch auf die Temperatur an der Oberfläche zurückgeschlossen werden.
Daraus ergibt sich eine Klassifizierung der Exoplaneten, welche insbesondere für die Frage, ob es auf einem Exoplaneten Wasser oder möglicherweise Leben gibt, interessant ist.
Man unterscheidet diese 4 Klassen oder Typen von Exoplaneten:
- Neptun ähnliche
- Heiße Jupiter
- Super-Erden
- Erdähnliche Planeten

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick, wie viele der nachgewiesenen Exoplaneten zu dem jeweiligen Exoplaneten-Typ gehören:
| Exoplaneten Typ | Anzahl | Prozent |
|---|---|---|
| Neptun ähnliche | 2.035 | 34 % |
| Heiße Jupiter | 1.984 | 33 % |
| Super-Erden | 1.761 | 29 % |
| Erdähnliche Planeten | 220 | 3,6 % |
Bekannte Exoplaneten
Die Zahl von über 6.000 bekannten Exoplaneten mag vielleicht zunächst sehr hoch erscheinen. Im Vergleich zur Anzahl der Sterne, die es alleine in der Milchstraße gibt (über 100 Milliarden) ist dies jedoch sehr gering. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass
- die meisten Exoplaneten in den letzten 10 Jahren entdeckt wurden
- bisher nur ein sehr kleiner Teil der über 100 Milliarden Sternensysteme in der Milchstraße untersucht wurde.
Neuere Teleskope wie TESS und CHEOPS werden wahrscheinlich viele neue Exoplaneten entdecken. Und auch das James-Webb-Teleskop wird wahrscheinlich zur Entdeckung von vielen weiteren Exoplaneten beitragen.
Wie viele Exoplaneten gibt es?
Nach den Schätzungen der NASA ist davon auszugehen, dass es alleine in der Milchstraße Milliarden von Exoplaneten gibt.
Diese Zahl ergibt sich aus einer einfachen Rechnung: In unserer Galaxie, der Milchstraße, befinden sich wohl mehr als 100 Milliarden Sterne. Bisherige Beobachtungen der Weltraumteleskope zeigen, dass wahrscheinlich jeder Stern in der Milchstraße von mindestens einem Exoplaneten umkreist wird. In manchen Sternensystemen befinden sich sogar deutlich mehr Exoplaneten.
Doch selbst wenn annimmt, dass manche Sterne keine Exoplaneten besitzen, und von nur 1 Planeten pro Stern ausgeht, kommt man im Mittel auf eine Zahl von deutlich über 10 Milliarden Exoplaneten in der Milchstraße. Und dies ist nur für eine Galaxie gerechnet.
Im Universum gibt es nach Schätzungen mehrere Billionen von Galaxien. Wenn man nun annimmt, dass auch in anderen Galaxien Planeten ungefähr so häufig vorkommen wie in der Milchstraße, bedeutet dies, dass es im Universum wahrscheinlich Billiarden von Exoplaneten gibt.
Bewohnbare Exoplaneten
Die bereits über 6.000 bekannten Exoplaneten und die mögliche Existenz von Milliarden Exoplaneten alleine in unsere Milchstraße werfen eine alte und gleichzeitig auch sehr aktuelle und interessante Frage auf:
Gibt es Exoplaneten, die bewohnbar sind bzw. auf denen Leben existiert?
Tatsächlich lässt sich für viele Exoplaneten die Frage, ob dort Leben möglich ist, abschätzen. Dazu benötigt man die folgenden Daten, welche bereits für viele Exoplaneten bestimmt werden konnten:
- Habitable Zone: Die Entfernung des Planeten vom Stern darf nicht zu groß und auch nicht zu klein sein. Der Planet muss sich in einem Abstand vom Stern befinden, sodass auf der Oberfläche des Planeten Temperaturen herrschen, die flüssiges Wasser ermöglichen. Die Existenz von flüssigem Wasser wird als eine Voraussetzung für Leben auf Planeten angenommen.
- Gesteinsplaneten: Eine feste, felsenförmige Oberfläche gilt als weitere Voraussetzung für Leben auf anderen Planeten. Gasförmige Planeten, im Sonnensystem und anderen Sternensystemen, werden als unbewohnbar angenommen. Auch wenn theoretisch manche Formen von Leben auf Gasplaneten existieren könnten, ist die Wahrscheinlichkeit für Leben auf den Gesteinsplaneten nach heutigem Wissensstand viel größer.
- Spektralklassen G und K: Diese Sterne bieten wahrscheinlich die besten Bedingungen für Leben auf Planeten in der habitablen Zone. Die Sonne gehört mit einer Oberflächentemperatur von 5.772 Kelvin zur Spektralklasse G. Sterne der Spektralklasse K sind etwas kälter (3500 bis 4850 Kelvin).
Insbesondere das KEPLER Teleskop hat von 2009 bis 2018 diese Daten für viele Planeten bestimmt. Weitere Teleskope, die auch zurzeit noch diese Daten messen, sind unter anderem SPITZER, TESS und CHEOPS.
Die Daten zur Spektralklasse der Sterne hat im großen Umfang das GAIA-Teleskop der ESA gemessen: Für über 1 Milliarde von Sternen wurde die Position und Leuchtkraft bestimmt.
Durch diese Daten von GAIA und KEPLER können Wissenschaftler für jeden Stern mit einem Exoplaneten die Habitable Zone berechnen. Nur auf Planeten, die sich innerhalb dieser Habitablen Zone befinden, ist Leben möglich. Zusätzlich müssen sie auch zur Klasse der Gesteinsplaneten gehören. Außerdem sollte die Masse des Planeten nicht deutlich größer als die der Erde sein. Damit gehört ein Exoplanet zu den erdähnlichen Planeten, welche gute Voraussetzungen für Leben bieten.
Wie kann man bestimmen, ob sich ein Exoplanet in der habitablen Zone befindet? Genauere Informationen zur Berechnung der Habitablen Zone von Sternensystemen findet Ihr in diesem Artikel:
Erdähnliche Exoplaneten
Nach einer aktuellen Studie (erschienen 2020 in The Astronomical Journal) basierend auf den Daten von KEPLER und GAIA, existieren in der Milchstraße ungefähr 300 Millionen erdähnliche Planeten.
Dies ist eine gigantische Zahl, die zunächst unvorstellbar groß erscheint. Auch bedeutet diese hohe Anzahl von bewohnbaren Planeten, dass die Wahrscheinlichkeit für Leben auf einigen Exoplaneten relativ hoch sein sollte.
Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass diese Zahl nur eine Schätzung ist.
Bekannt sind zurzeit 6.000 Exoplaneten und von diesen bieten ca. 30 bis 40 erdähnliche Planeten Bedingungen, die eventuell Leben ermöglichen.
Ein System, das besonders viele erdähnliche Exoplaneten enthält, ist das Trappist-1 System. Hierauf gehen wir genauer in diesem Artikel ein:
Leben auf Exoplaneten
Die Anzahl von 300 Millionen erdähnlicher Exoplaneten alleine in der habitablen Zone der Sterne der Milchstraße erscheint gigantisch. Doch was bedeutet dies für die tatsächliche Existenz von Leben auf Planeten außerhalb unseres Sonnensystems?
Bisher konnte Leben auf Exoplaneten durch keines der vielen Teleskope, egal ob Weltraumteleskop oder Bodenteleskop, bestätigt werden. Auch mögliche Zeichen von Zivilisationen, Siedlungen, Verkehr usw. wurden bisher nicht entdeckt.
Dies liegt aber zum großen Teil daran, dass die aktuellen und bisherigen Teleskope dazu auch nicht oder nur in sehr geringem Umfang in der Lage sind. Allerdings haben neue und zukünftige Teleskope wie insbesondere das James-Webb-Teleskop dafür viel bessere Möglichkeiten.
Wie kann man nach Leben auf Exoplaneten suchen?
Es gibt verschiedene Methoden, mit denen nach Zeichen von möglichen Leben auf Exoplaneten gesucht werden kann. Dazu gehört insbesondere die Untersuchung der Atmosphäre von Exoplaneten.
Es existieren hierzu verschiedene wissenschaftliche Ansätze und Ideen, welche durch neue Methoden und Instrumente ständig weiterentwickelt werden.
Zum einen sind mehrere chemische Verbindungen bekannt, deren Vorhandensein in der Atmosphäre für die Existenz von Leben sprechen würde. Moderne Instrumente wie das James-Webb-Teleskop können diese Verbindungen prinzipiell nachweisen, auch bei Exoplaneten, die viele Lichtjahre entfernt sind.
Diese Biosignaturen alleine wären aber noch kein eindeutiges Zeichen für Leben auf Exoplaneten.
Auch der Nachweis von intelligentem Leben durch Technosignaturen wird erforscht. Die Entfernung zu den meisten Exoplaneten ist aber zu groß, als dass dies mit heutigen Instrumenten möglich wäre.
QUELLEN
https://en.wikipedia.org/wiki/Methods_of_detecting_exoplanets
https://exoplanetarchive.ipac.caltech.edu/index.html
http://exoplanet.eu/catalog/
https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-3881/abc418
https://en.wikipedia.org/wiki/CHEOPS
https://en.wikipedia.org/wiki/Transiting_Exoplanet_Survey_Satellite
https://exoplanets.nasa.gov/discovery/exoplanet-catalog/
